Ballon d'Or

Kane, Yamal oder Mbappé – Wer verdient den Ballon d’Or?

Ein bekanntes Bild - Harry Kane jubelt über ein Tor.

Ist dies womöglich ein gutes Omen für Harry Kane? Erstmals in der 70-jährigen Geschichte des Ballon d’Or erfolgt die Verleihung der prestigeträchtigen Auszeichnung am Montag (21.00 Uhr MEZ) in London, der Heimatstadt des Bayern-Torjägers. Dem englischen Nationalmannschaftskapitän, der Tore wie kein anderer Spieler liefert, winkt erstmals in seiner Karriere die wichtigste persönliche Auszeichnung. Oder muss Kane doch einem der spanischen Weltmeister Lamine Yamal oder Rodri den Vortritt lassen? Und was ist mit WM-Torschützenkönig Kylian Mbappé?

«Es könnte ein besonderer Abend werden», sagte Kane: «Den Ballon d’Or zu gewinnen, wäre großartig. Ich hatte letztes Jahr eine fantastische Saison und bin extrem stolz darauf.» Sogar daheim ist die Wahl bei der Familie ein großes Thema, wie der Stürmer zugibt.

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Was spricht für Harry Kane – und was dagegen?

Sein größtes Argument sind Tore! 61 Treffer für die Bayern und zwölf Tore für die Three Lions, davon sechs bei der WM, gingen in der vergangenen Saison auf das Konto des englischen Rekordtorjägers. Mehr geht kaum. Mit den Bayern wurde er Meister und Pokalsieger. Allerdings hat die Bundesliga weltweit nicht das größte Renommee, da die Bayern quasi konkurrenzlos sind. 

Was ihm in seiner langen Karriere immer noch fehlt, ist ein großer internationaler Titel. Mit den Bayern schied er im Champions-League-Halbfinale gegen den späteren Sieger Paris Saint-Germain aus. Und auch bei der WM wurde es nach dem späten K.o. gegen Argentinien in der Vorschlussrunde «nur» Platz drei.

Was ist mit den beiden Weltmeistern Rodri oder Lamine Yamal?

«Natürlich gibt es in England und Deutschland großartige Spieler. Aber ich finde, ein Spanier müsste die Auszeichnung gewinnen, denn unsere Spieler sind in vielerlei Hinsicht die besten der Welt – man kann sie schlichtweg nicht ignorieren», sagt Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente.

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Sein Mittelfeldchef Rodri war das Herzstück im spanischen Team und wurde auch als bester Spieler der WM ausgezeichnet, mit Manchester City hat er aber eine enttäuschende Saison hinter sich. Für Yamal spricht dessen Genialität, mit Barça wurde er außerdem spanischer Meister. Aber in der Königsklasse war schon im Viertelfinale Schluss – und in Sachen Toren kommt er bei Weitem nicht an Kane heran.

Und Kylian Mbappé?

Torschützenkönig bei der WM, in der Champions League und in LaLiga – auch der französische Stürmerstar hat persönlich ein Super-Jahr hinter sich. Aber Titel? Fehlanzeige! Weder mit Real Madrid noch mit der französischen Nationalmannschaft, die im Halbfinale an Spanien scheiterte. Das könnte ihm wieder eine Ballon d’Or-Auszeichnung verbauen. Kaum zu glauben, dass der Weltmeister von 2018 und Vize-Weltmeister von 2022 noch nie die Trophäe gewinnen konnte.

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Hat Altstar Lionel Messi eine Chance?

Unwahrscheinlich. Dafür hätte er wohl mit Argentinien erneut den Titel gewinnen müssen. Zumal er bei Inter Miami in der amerikanischen MLS auch nicht mehr auf der großen Fußball-Bühne spielt. Sein Rekord mit acht Ballon d’Or-Siegen bleibt aber unerreicht. 

Sind deutsche Spieler nominiert?

Nein. Dafür hat die schwache WM der deutschen Nationalelf auch keinen Anlass gegeben. Immerhin gehören zu den 30 nominierten Spielern neben Kane noch die drei Münchner Bundesliga-Profis Michael Olise, Luis Díaz und Dayot Upamecano. Bei den Frauen hat es immerhin Bayern-Spielerin Klara Bühl in den Kreis der Top 30 geschafft, eine Chance auf den Titel hat sie aber nicht. In der Talente-Kategorie ist Bayerns Lennart Karl dabei, bei den Torhüterinnen Ann-Katrin Berger. Außerdem ist der FC Bayern sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen in der Kategorie Mannschaft des Jahres nominiert.

Lohnt es sich, am Wochenende groß aufzutrumpfen in der Liga?

Nein. Die Stimmen für den Ballon d’Or wurden bereits Ende September vergeben. Als Referenzzeitraum gilt außerdem der 3. August 2025 bis zum 19. Juli 2026, dem Tag des WM-Endspiels.

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Gab es auch schon deutsche Gewinner?

Ja. Matthias Sammer war 1996 der letzte Sieger. Davor hatten es auch Gerd Müller (1970), je zweimal Franz Beckenbauer (1972 und 1976) und Karl-Heinz Rummenigge (1980 und 1981) sowie Lothar Matthäus (1990) geschafft. 

Wer veranstaltet die Wahl und wie wird gewählt?

Der Preis wird vom französischen Fußballmagazin «France Football» in Zusammenarbeit mit der Europäischen Fußball Union UEFA vergeben. Bei den Männern stimmt jeweils ein Sportjournalist aus den Top-100-Nationen ab, bei den Frauen aus den Top 50. Jeder Juror wählt aus den besten 30 Spielern zehn Akteure aus und vergibt je nach Platzierung zwischen 15 und einem Punkt.

Was hat es mit der Wahl zum Weltfußballer auf sich?

Diese Wahl wird weiterhin vom Weltverband FIFA veranstaltet. Von 2010 bis 2015 wurde der Weltfußballer durch eine Kooperation der FIFA und «France Football» mit dem goldenen Ball ausgezeichnet.

Wer überträgt die Zeremonie live?

Die Gala im London Palladium Theatre ist live beim Streamingdienst DAZN zu sehen. Moderiert wird die Veranstaltung von Kate Scott mit Unterstützung des früheren französischen Starfußballers Thierry Henry.