Amsterdam (dpa) –
Philipp Treu stand mit leuchtenden Augen in der Arena von Amsterdam und war in seiner Freude über das gelungene Länderspiel-Debüt vor allem einer Person enorm dankbar: Jürgen Klopp. Jahrelang hatte es in Deutschland geheißen, es gebe keine herausragenden Rechtsverteidiger für die Nationalmannschaft. Bis der Bundestrainer bei seinem Länderspiel-Debüt gegen die Niederlande den 25 Jahre alten Freiburger als Lösung präsentierte – und danach prompt die «außergewöhnliche» Leistung seines Schützlings lobte.
«Das ist mal gut zu hören, dass jemand die Augen aufmacht und nach Freiburg geguckt hat», sagte Treu. Er sei froh darüber, «dass Jürgen Klopp mich auf dem Schirm hat und Bock hatte auf mich».
Klopp fand es «außergewöhnlich»
Der Bundestrainer zeigte sich sehr zufrieden mit den ersten 90 Minuten des 1,72 Meter großen Dauerläufers im DFB-Dress. Treu hatte auf Anhieb das umgesetzt, was Klopp von ihm sehen wollte. Obwohl der Coach «gar nicht viel» zu ihm gesagt habe vor seiner DFB-Premiere: «Er meinte, gib Gas und hab Spaß. Das habe ich versucht. Er hat mir irgendwie eine gewisse Lockerheit gegeben. Ich muss sagen, nervös war ich überhaupt nicht.»
Tatsächlich erfüllte Treu seinen Job gegen Liverpools Linksaußen Cody Gakpo defensiv sehr ansprechend. Und beim Führungstor von Felix Nmecha zählte er zu den Vorbereitern. «Das war ein cooles Gefühl», schilderte Treu später. Danach wurde er noch lockerer.
Die stolzen Eltern winken: «Ein unfassbares Gefühl»
Für den Spätstarter ist beim 1:1 im Länderspiel-Klassiker gegen Oranje ein Traum wahr geworden, auf den der bald schon 26-Jährige länger als andere warten musste. «Wenn ich dann auf die Tribüne gucke und meine Eltern mit ganz viel Stolz nach dem Spiel winken, ist das ein unfassbares Gefühl», sprudelte es aus ihm heraus. «Jetzt hier das erste Mal zu stehen, ist Wahnsinn.»
Das verheißungsvolle Debüt in Amsterdam soll aber nur der Anfang gewesen sein. «Jetzt geht es erst richtig los, da gibt es kein Ausruhen, jetzt muss noch mehr gearbeitet werden», kündigte Treu an. Nach seinem Premieren-Einsatz im Nationaltrikot, das daheim einen Ehrenplatz bekommen soll, seien zahlreiche Nachrichten auf seinem Handy aufgeploppt. Dem Lesen und Beantworten wollte er sich nachts im Teamhotel widmen. «Nach einem Abendspiel fällt es mir immer schwer, zu schlafen.»
