Köln (dpa) –
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat nach den Fan-Ausschreitungen beim Rheinderby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach schärfere Pyrotechnik-Kontrollen gefordert. «Wieso kommt dieses Zeug immer noch ins Stadion? Es kann nicht im Sinne von Vereinen, Spielern und Funktionären sein, dass solche Menschen im Namen ihrer Mannschaft zündeln, prügeln, randalieren», sagte Reul dem «Kölner Stadt-Anzeiger».
Reul weiter: «Feuer und Pyrotechnik haben im Stadion auch nichts verloren. Dass dabei Unbeteiligte verletzt werden, haben wir jetzt wieder gesehen.» Am Sonntag waren sechs Menschen verletzt worden. Dabei handelt es sich um zwei Stadionbesucher – darunter ein Kind, eine Ordnerin und drei Polizisten, wie die Polizei mitteilte.
«Missbrauchen Fußball für Gewaltexzesse»
Nach dem 2:1-Siegtreffer für den FC durch Saïd El Mala in der 67. Minute waren Anhänger am Gästeblock im Oberrang des Kölner Fußball-Stadions aneinandergeraten. Gladbach-Fans hatten nach Aussage der Polizei zuvor eine Plexiglasschutzscheibe zwischen den Blöcken mit Nothämmern zerstört. Zudem wurden Böller und Leuchtraketen gezündet. Aus dem Gladbacher Block flog auch Pyrotechnik auf die Tribüne mit Kölner Fans.
«Wer mit Sturmhaube im Stadion steht, der will keinen Fußball sehen. Der sucht Ärger. Der zerstört nicht nur Tribünen, sondern den Fußball als Familienfest», sagte Reul der Zeitung. «Die wollen Krawall und Klopperei. Sie missbrauchen den Fußball als Bühne für ihre Gewaltexzesse. Und jedes einzelne Mal erweisen diese Chaoten ihren Vereinen und allen echten Fans einen Bärendienst.»
Kölns Geschäftsführer Philipp Türoff kündigte eine rasche Aufarbeitung an. Er wolle, «dass eine Familie im Oberrang Nord sitzen kann, ohne Angst zu haben», sagte er dem «Kölner Stadt-Anzeiger».
